Experten im Interview - Reihe

Kerstin Böcker

Jurek Witscherkowsky

Unser erster Interviewgast, Jurek Witscherkowsky, beantwortet unsere Fragen ganz erfrischend ehrlich.

HIGHER OM: Was bedeutet für dich Meditation?

Jurek: Meditation ist für mich im ganz allgemeinen Sinne einfach nur in sich selbst hineingehen. Das wäre sehr verkürzt, meine weitergefasste Meinung ist sich die Gefühle anzuschauen. Ich bin der Meinung, sobald ich bei meinen Gefühlen bin - bei meinen inneren Gefühlen - dann ist es Meditation. Sobald ich da bin, ist es Meditation. Alles was danach kommt - die weiteren Ebenen - erreiche ich immer über die Gefühle. Die Gefühle sind unser Tor zur spirituellen Welt.

Meditation ist für mich auch Schattenarbeit. 

HIGHER OM: Gibt es ein besonderes Erlebnis, das du mit einer deiner Meditationen verbindest?

Jurek: Ich mache so viele krasse Erfahrungen mit Meditation, dass ich es tatsächlich so nicht sagen kann. Die krassesten Erfahrungen waren mit einem Klienten, einmal ging es um Suizidgedanken und einmal um Neurodermitis. Das war einfach nur crazy. Ich hatte schon Erleuchtungszustände und die waren nicht annähernd so krass wie die Erfahrungen mit meinen Klienten. Diese Erfahrungen, waren auch der Grund, warum ich nur noch den Schattenweg gegangen bin. 

HIGHER OM: Seit wann meditierst du? Und warum hast du damals damit angefangen?

Jurek: Vor 8 Jahren habe ich das erste Mal meditiert. Seitdem mache ich regelmäßig Schatten-Meditation für mich und seit 5 Jahren biete ich es auch an. 

HIGHER OM: Was empfindest du beim Meditieren als besonders wichtig? Worauf sollten Meditations-Anfänger unbedingt achten?

Jurek: Einfach meditieren. Absolut auf gar nichts achten. Einfach nur die Augen schließen und 10 Minuten in die Zeit der Stille gehen - mehr nicht. Mache es so einfach wie möglich für dich. Wir versuchen einfach nur zu meditieren. Es muss nicht täglich sein. Es kann einmal die Woche oder auch einmal im Monat sein. 

Setze dich nicht unter Druck! 

Es kommt ganz von allein. Setze dich hin und achte auf nichts - auch nicht auf deinen Atem. Fange einfach an und sammle Erfahrungen in der Stille. Und dann, wenn du tiefer einsteigen willst, dann kannst du schauen, was alles dazu gibt und was für dich interessant klingt. Es gibt so viele interessante Sachen.

HIGHER OM: Wenn du an die Energiezentren/ Chakren in unserem Körper denkst, was fällt dir spontan dazu ein?

Jurek: Vielen machen viel zu früh die Wurzel-Chakra-Meditation. Weil das Wurzel-Chakra mit Lustgefühlen und Sexualität zu tun hat. Diese Gefühle sind die am stärksten unterdrückten Gefühle. Das hat Freud damals schon gesagt. Wenn ich nun in die Wurzel-Chakra-Meditation gehe, versuche ich diese Blockaden aufzusprengen. Dann passieren oft komische Sachen - entweder man ist dann nur noch lustgesteuert danach oder man hat gar keine Lust mehr. Und man wundert sich das Abwehrmechanismen werden getriggert. Und wohin führt das? Das man nicht mehr meditiert.

Das Problem ist generell, wenn ich zu weit in einer Meditation gehe, dann stoppen mich meine Abwehrmechanismen. Das passiert vollkommen unbewusst.

HIGHER OM: Die Farben der Chakren sind leuchtend schön. Schenkst du einem Chakra ganz besonders viel Bedeutung? Wenn ja, warum?

Jurek: Das ist ganz individuell und hat etwas mit den Themen meiner Klienten zu tun. Zu den Farben sagen ich generell nichts, weil es für mich ultra tief geht. 

HIGHER OM: Viele Menschen konzentrieren sich gerade zu Beginn einer Meditation auf die Chakren und den Fluss der Energien im Körper. Wie beginnst du eine Meditation?

Jurek: Ich würde am Anfang nicht empfehlen, sich auf irgendwas zu konzentrieren. Denn sich zu konzentrieren bedeutet wieder Druck. "Ich muss mich auf etwas konzentrieren." Ich würde Meditation immer so beginnen, dass man erstmal auf alles "scheißt". Es ist einfach Latte und ich mach einfach. Wir beginnen hier immer mit einer Gefühlsmeditation. Das ist eine geführte Meditation von mir. Die beginnt mit dem tiefen Einatmen. Das ist das einzige was ich noch empfehlen würde. Und es ist egal, ob du im Sitzen oder Liegen machst. Und manchmal kann man einfach nicht tief einatmen, da hat man einfach so einen Druck auf der Brust, dass es nicht geht. Deshalb versuche es so einfach wie möglich zu halten.

HIGHER OM: Wie oft meditierst du eigentlich innerhalb einer Woche? 

Jurek: Ich meditiere täglich etwa eine Stunde. Und dann noch so über den Tag verteilt mal hier und mal da 5 oder 10 Minuten. Das ist aber immer individuell. Ich bezeichne auch Meditation, wenn ich draußen bin und auf den Fluss gucke. Das ist für mich auch Meditation - auch wenn meine Augen offen sind - aber ich bin dann in meinen Gefühlen.

Vielen Dank für das tolle Interview.

 



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